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Hinweise zur schriftlichen Arbeit

Leitfaden zum Verfassen der schriftlichen Arbeit im Wettbewerb Jugend forscht / Schüler experimentieren

Weitere Informationen sowie Beispielarbeiten findet man auf der Seite von Jugend forscht unter Startseite -> Teilnahme -> Schriftliche Arbeit.

I. Themenwahl
Im Gegensatz zu der Mehrzahl aller Schülerwettbewerbe wird bei Jugend forscht kein Thema vorgegeben, sondern eines der wesentlichen Merkmale ist die freie Wahl des Themas. Damit hat jeder, der mitmachen möchte, die Möglichkeit, genau die Themen zu bearbeiten, die ihn besonders interessieren. Einzige Einschränkung: Das Projekt muss in eines der sieben Jugend forscht-Fachgebiete passen. Gleichzeitig bedeutet dieses selbständige Ideenfinden und Bearbeiten eines Themas auch eine besondere Leistung, die über den normalen Schulalltag hinausgeht. Dort ist es ja in der Regel so, dass die Lehrer die Inhalte vorgeben und die Fragen stellen.
Eine ganz wesentliche Voraussetzung für das Gelingen einer Arbeit ist die Wahl des richtigen Themas. Es gibt „geeignete“ und „ungeeignete“ Themen. Ungeeignet sind zu allgemeine Fragestellungen wie „Der Steinbock“. Ein geeignetes Thema wäre dagegen „Welche Verhaltensweisen dienen der Rangordnung bei der Steinbockgruppe im Zoo?“. Doch auch die beste Idee ist nutzlos, wenn sie an der fehlenden Machbarkeit scheitert. Wenn ein Thema, etwa aus dem Bereich der Klimaforschung, ungeheure Mengen von Beobachtungsdaten voraussetzt, die man als Schüler nicht besitzt, sollte man das Thema fallen lassen.
Wichtig ist also neben der prinzipiellen Durchführbarkeit, dass eine wissenschaftliche Arbeit eine genaue Fragestellung haben muss. Diese Fragestellung, die klar und präzise sein muss, erleichtert die Suche nach Material, nach Literatur und auch nach persönlichen Ratschlägen. Es kann sehr hilfreich sein, Lehrer, Eltern, Fachleute oder Firmen zu fragen, ob sich eine Fragestellung zur Bearbeitung eignet oder nicht. Wichtig ist auch, ob sich ein Thema in einem bestimmten zeitlichen Rahmen, den man sich gesetzt hat, bearbeiten lässt. Dabei lassen sich die Zeiträume, die man zum Einlesen in die Fachliteratur oder zum Durchführen der Experimente benötigt, ungefähr abschätzen. Häufig jedoch ergeben sich nicht vorhersehbare Schwierigkeiten oder auch unerwartete Befunde bei der praktischen Arbeit, so dass der Zeitplan schwer einzuhalten ist. Ungeachtet der zeitlichen Schwierigkeiten sollte man einkalkulieren, dass die Auswertung und das Abfassen des Arbeitsberichtes mindestens die Hälfte der notwendigen Zeit ausmachen. Auf jeden Fall muss man für einen schriftlichen Bericht mindestens vier Wochen einplanen. Es wäre schade, wenn alle Vorarbeiten umsonst wären, nur weil die Arbeit nicht bis zum Abgabetermin fertig wird.

II. Die Form der schriftlichen Arbeit
Mit der schriftlichen Arbeit soll dem Leser deutlich gemacht werden, welche Frage man gestellt hat, wie man versucht hat, sie zu beantworten (Vorgehensweise bzw. Methode), zu welchen Ergebnissen man gekommen ist und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen.
Ziel einer jeden Arbeit ist es, den Leser möglichst präzise, umfassend und „ohne große Umwege“ zu informieren. Generell sind dem Umfang einer Arbeit im Wettbewerb Jugend forscht Grenzen gesetzt. Die Arbeit darf maximal 15 Seiten umfassen, einschließlich Tabellen, Fotos etc. Jede Tabelle und jede Abbildung sollte einen Titel haben, der die Aussagen verständlich macht. Tabellen oder Fotos sollten einzeln und jeweils fortlaufend numeriert werden. Anhänge mit ausführlichem Tabellenmaterial etc. können zusätzlich am Stand zur Ansicht ausgelegt werden. Die schriftliche Arbeit sollte jedoch schon alle Ergebnisse zusammenfassen. Es wäre falsch, wenn man glauben würde, es sei das Beste, erst auf dem Wettbewerb mit den wesentlichen und wichtigen Resultaten herauszukommen.
Für physikalische Größen und chemische Elemente gibt es allgemein gebräuchliche Abkürzungen. Man sollte nur diese Abkürzungen verwenden, damit dem Leser sofort klar wird, was gemeint ist. Auch für das Aufschreiben von mathematischen Formeln existieren Regeln. Die Platzhalter für die Größen können ohne ein Multiplikationssymbol einfach hintereinander geschrieben werden. Wenn aus Gründen der Eindeutigkeit doch ein Multiplikationszeichen gesetzt werden soll, reicht dazu ein Punkt. Ein Kreuz ist nicht zu empfehlen, da es mit dem Platzhalter x verwechselt werden kann. An dem folgenden Beispiel kann man erkennen, wie eine Formel geschrieben werden sollte:

Wichtig ist auch die richtige Zitierweise. Wenn man sich in seiner schriftlichen Arbeit auf ein Ergebnis aus der Literatur bezieht und die Resultate nicht selbst hervorgebracht hat, muss die Quelle angegeben werden. Zitate müssen in Anführungszeichen gesetzt werden. Der Autor, das Jahr der Veröffentlichung und die Seitenzahl müssen erwähnt werden (z. B. Meier, 1978, S. 10. Manche lassen auch das „S“ für Seitenzahl weg.)
Alle Zitate verweisen auf ein Literaturverzeichnis, das am Ende der schriftlichen Arbeit steht. Das Literaturverzeichnis, das übrigens nur die Bücher oder Zeitschriftenartikel enthalten soll, die man im Text zitiert hat, muss alphabetisch geordnet sein und sollte:
   - Verfasser, Vorname des Verfassers,
   - Titel der Arbeit,
   - Erscheinungsort und
   - Erscheinungsjahr
enthalten. Bei Zeitschriftenartikeln wird auch noch der Name der Zeitschrift angegeben.
Beispiel:
Müller, Erich: Der Flusskrebs und seine Verbreitung in Nordeuropa, Göttingen, 1987
Maier, Friedrich: Das Olbers‘sche Paradoxon, Sterne und Weltraum 123, S. 129 - 134, Heidelberg, 1990
Die Zeichensetzung sollte durchgängig sein. Wenn man sich entschieden hat, den Nachnamen des Verfassers durch Komma vom Vornamen zu tren-nen und nach dem Namen einen Doppelpunkt zu setzen, ehe der Titel folgt, so sollte dies immer so beibehalten werden.

III. Der Aufbau der naturwissenschaftlichen Arbeit
Wissenschaftliche Arbeiten folgen zumeist einem Aufbau, der auch - mit geringen Einschränkungen - für alle Arbeiten, die bei Jugend forscht und Schüler experimentieren eingereicht werden, gilt:
   1. Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen
   2. Einleitung
   3. Methode oder Vorgehensweise
   4. Ergebnisse
   5. Diskussion
   6. Literaturverzeichnis